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Kultur

09. Dezember 2016 | 14:31 Uhr

Glaube an das Gute : Sportfreunde Stiller verbreiten Optimismus

vom

In Zeiten von Terrorpanik, Angst und Hass tun die Sportfreunde Stiller das, was sie am besten können: mit guter Musik Optimismus verbreiten und das Leben feiern.

Terrorangst greift um sich, Rechtsextreme verbreiten Hass, Aggressionen beherrschen immer häufiger gesellschaftspolitische Debatten. Höchste Zeit für ein neues Sportis-Album!

Mit «Sturm und Stille» wollen die Sportfreunde Stiller vor allem eins: Hoffnung, Optimismus und Lebensfreude verbreiten.

«Raus in den Rausch» heißt der erste von zwölf Titeln. Er ist eine Absage an das Hadern und Verzagen. Weiter geht es mit «Viel zu schön», einem Song, der das Grundthema des Albums wohl am besten auf den Punkt bringt: «Ob all die, die auf Menschen scheißen und mit den Gewalten durchs Leben ziehen, am Ende verlieren?», heißt es darin. Und die Antwort: «Ich glaube es schon. Denn ich finde den Gedanken viel zu schön, um ohne ihn weiter zu geh'n.»

«Es gibt keinen Anlass für Zynismus und Frustration», sagt Sportis-Bassist Rüdiger Linhof im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München. «Es gibt keinen Anlass, vor irgendetwas zu kapitulieren. Natürlich gibt es auch Scheiße, aber das Gute ist ganz schön stark in diesem Land.»

Und so geht es der Band auch in ihrem siebten Studioalbum darum, das Leben zu feiern. «Das Leben ist nicht nur ein Fest, es ist ein Festival», heißt es in dem Lied «Keith & Lemmy», das zwei großen Vorbildern gewidmet ist. «Wir alle seh'n wie Keith Richards aus irgendwann, wir alle geh'n wie Lemmy raus, irgendwann.» Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister starb im Dezember 2015 an Krebs.

«Viele Musiker, die uns geprägt haben, gibt es nicht mehr, weil sie gestorben sind, wie Adam Yauch von den Beastie Boys, die ja auch auf dem Album vorkommen», sagt Drummer Florian Weber. «Das hat mir schon einen Stich versetzt. Andere haben sich aufgelöst. Und fehlen auch.»

«Das Geschenk», die erste Single-Auskopplung der Sportfreunde, ist das fünfte Lied auf der Platte und erinnert zwar nicht musikalisch, aber thematisch und textlich stark an ihr fast 15 Jahre altes, wunderbares «Kompliment».

Ja, so lange gibt es sie schon, diese Band, die immer noch so unglaublich jung wirkt. Fühlt es sich doch beinahe wie gestern an, dass die drei mit ihrer Fußball-Hymne «54, 74, 90, 2006» den Soundtrack zum Sommermärchen in die Welt hinaus sangen. Doch sie feiern Bühnenjubiläum in diesem Jahr; 20-jähriges Bestehen. Das ist fast Silberhochzeit. Und ähnlich wie in langen Ehen hat es auch bei den drei Musikern Höhen und Tiefen gegeben, wie sie im dpa-Interview sagen.

«Es gibt natürlich schon zähe Momente und Phasen, in denen es nicht leicht ist und ich mich frage, wo es hingehen soll», sagt Sänger und Gitarrist Peter Brugger - und Bandkollege Linhof stimmt ihm zu: «Es war schon so, dass man zeitweise nicht wirklich wusste, wie es weitergeht», sagt er. «Aber im Nachhinein bereichert es uns schon, dass wir durch solche Zeiten durchgegangen sind, dass wir Konzerte verbockt haben. Es sind immerhin 20 Jahre und die können nunmal nicht gleichförmig verlaufen.»

Für Perfektion habe die Band nie gestanden, sagt der Dritte im Bunde, Weber. «Ob ein, zwei oder zehn Fehler passieren, ist nicht entscheidend, sondern es war uns immer wichtig, dass die Energie, die Atmosphäre und die Stimmung passen, dass eine Umarmung entsteht zwischen Band und Publikum.» Wie Medizin sei das neue Album, schreibt wirbt die Plattenfirma nich zu unrecht - «süße Medizin».

Website Sportfreunde Stiller

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erstellt am 07.Okt.2016 | 09:22 Uhr

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