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Kultur

08. Dezember 2016 | 06:55 Uhr

Kunst : Otto Dix: Ausstellungen und Aktionen zum 125. Geburtstag

vom

Wer sich zum 125. Geburtstag von Otto Dix alles über den Künstler ansehen will, muss eine ausgeklügelte Reiseplanung machen. Denn mehrere Städte ehren den Maler in seinem Jubiläumsjahr.

Gera ist dabei, Düsseldorf macht etwas, Frankfurt und die Stadt Friedrichshafen am Bodensee: Zum 125. Geburtstag des Malers Otto Dix (1891-1969) gibt es bundesweit zahlreiche Ausstellungen und Aktionen, die an den Künstler erinnern.

So zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen inDÜSSELDORFvom 11. Februar bis 14. Mai eine große Ausstellung mit dem Titel «Otto Dix - Der böse Blick». Gezeigt werden etwa 120 Gemälde, Aquarelle und Grafiken aus dem In- und Ausland. Dix verbrachte von 1922 bis 1925 wichtige Schaffensjahre in Düsseldorf, wo er Mitglied der avantgardistischen Künstlergruppe «Das Junge Rheinland» wurde.

Im baden-württembergischenFRIEDRICHSHAFENstartet exakt zum 125. Geburtstag des Malers am 2. Dezember eine große Dix-Ausstellung im Zeppelin Museum. Gezeigt würden über 400 Arbeiten des Künstlers, darunter 21 Gemälde, 110 Zeichnungen und 275 Grafiken, heißt es bei den Veranstaltern. «Dix malte Huren und Heilige, den Krieg und die Kinder, die Hölle und das Paradies, den Tod und die Geburt», sagte die Direktorin des Museums, Claudia Emmert, im Vorfeld der Schau. «Er war Impressionist, Expressionist, Dadaist, Verist, wurde berühmt und berüchtigt, verfemt und verkannt, war Dandy und Prolet. Dix war ein Künstler des Extremen - und führte ein Leben in Extremen.» Bis zum 17. April sind die Exponate in Friedrichshafen zu sehen.

InGERAin Thüringen wird wiederum das Geburtshaus von Dix - das wegen Bauarbeiten seit Anfang des Jahres geschlossen war - ebenfalls am 2. Dezember mit einer Sonderausstellung wiedereröffnet. Zum 125. Geburtstag ihres großen Künstlersohnes rückt die Stadt seine Silberstiftzeichnungen in den Mittelpunkt. Sie stammen den Angaben nach zum Großteil aus Privatbesitz. «Dieser hochkomplexen Zeichentechnik hat sich Dix vor allem ab Beginn der 1930er Jahre zugewandt», erläuterte der Leiter der Geraer Kunstsammlung, Holger Saupe. Gezeigt werden Porträts, Akte und Landschaften, die in den Jahren 1932 bis 1943 entstanden sind.

In FRANKFURTwerden Werke von Dix in einer Ausstellung des Städels gezeigt: Im Zentrum der Schau - die bis 19. März rund 150 Arbeiten unter anderem von Edvard Munch, Gustav Klimt und Otto Dix zeigt - steht die Frage, wie Künstler an der Wende zum 20. Jahrhundert auf neu aufkommende Geschlechterrollen reagiert haben.

Aber nicht nur mit Ausstellungen wird der Künstler in seinem Jubiläumsjahr geehrt: Das Bundesfinanzministerium hat Anfang November auch eine Sonderbriefmarke aufgelegt - zudem gibt es eine Sammlermünze. Die Briefmarke im Wert von 0,85 Euro wurde in einer Auflage von 3,8 Millionen gedruckt. Sie zeigt einen Ausschnitt von Dix' Selbstporträt «An die Schönheit». Bereits zum 100. Geburtstag des Künstlers waren zwei Briefmarken mit Dix-Motiven erschienen.

Das Thüringer Staatsballett hat einer Tänzerin einen Abend gewidmet, die Otto Dix in einem seiner bekanntesten Porträts verewigt hatte: Anita Berber. Das Gemälde ist der Ausgangspunkt für die Aufführung. Premiere war bereits im Juni in Gera, es gibt aber weitere Aufführungen am 4. Februar in Gera sowie am 26. und 31. März in Altenburg.

Der Maler und Grafiker Otto Dix gilt als großer Realist und wichtiger Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Geboren wurde er 1891 im heutigen Gera. Er studierte und lehrte an der Dresdner Kunstakademie, bis er 1933 von den Nationalsozialisten entlassen wurde. Sie diffamierten seine Werke als «entartete Kunst». Daraufhin ging er in die innere Emigration und suchte Zuflucht am Bodensee, wo er sich unter anderem mit Landschaftsmalerei befasste. 1969 starb er mit 77 Jahren.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 11:21 Uhr

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