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Lässige Selbstironie : Ortheil: «Was ich liebe und was nicht»

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Der Autor lässt die Leser an kleinen Alltagsszenen, an seinen Leidenschaften und Abneigungen teilhaben. Italienische Küche beispielsweise mag er, Frühstückbuffets hingegen nicht.

Kleider machen bekanntlich Leute. Diese Erfahrung hat auch der Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil («Die Berlinreise») nach einem Besuch bei einem exquisiten Amsterdamer Herrenausstatter gemacht.

In seiner modischen Aufmachung wirkte er plötzlich besonders anziehend auf Frauen, was sich in beifälligen Blicken und Annäherungsversuchen zeigte. Doch Ortheil kapitulierte vor der neuen Rolle, er fühlte sich ihr nicht gewachsen.

In seinem Buch «Was ich liebe und was nicht» schildert Ortheil mit lässiger Selbstironie solche kleinen Alltagsszenen, er lässt uns teilhaben an seinen Leidenschaften und Abneigungen. Wir erfahren von seiner Liebe zur italienischen Küche und seiner heftigen Aversion gegen Frühstückbuffets («die grausamste Mahlzeit»), von seiner Hingabe zu allem Gedruckten und seiner unüberwindlichen Abneigung gegen endlose Live-Übertragungen im Fernsehen.

Ortheil ist ein feiner Beobachter nicht nur seiner selbst, sondern auch unserer Gesellschaft.

- Hanns-Josef Ortheil: Was ich liebe und was nicht. Luchterhand Verlag, München, 368 Seiten, 23,00 Euro, ISBN 978-3-630-87416-6.

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erstellt am 15.Mär.2017 | 15:16 Uhr

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