zur Navigation springen

Kultur

07. Dezember 2016 | 11:35 Uhr

Lange Karriere : Musical-König Mackintosh wollte «nie ein Milliardär sein»

vom

Der Musicalproduzent Mackintosh gilt seit Jahrzehnten als Guru des Genres. Mit Stücken wie «Cats» und «Phantom der Oper» machte er ein Vermögen. Dabei wollte er gar nicht reich werden, wie er sagt.

Der Musical-Milliardär Cameron Mackintosh (70) produzierte weltberühmte Stücke wie «Cats», «Les Misérables», «Miss Saigon» oder «Das Phantom der Oper» - und machte damit ein Vermögen. Nun bringt er in Stuttgart mit «Mary Poppins» die Geschichte eines eigenwilliges Kindermädchens auf die Bühne.

Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur spricht er über richtige Entscheidungen, über ein magisches Klavier - und über sein Geld.

Frage: Warum ausgerechnet Mary Poppins? Worin liegt für Sie die Kernbotschaft des Stücks?

Antwort: Die Anziehungskraft für mich liegt darin, dass Mary Poppins den Menschen die Wahl lässt. Sie sagt ihnen nicht, was sie tun sollen. Sie kommt nur, um eine Familie zu reparieren. In dem Moment, als die Eltern erkennen, wie sie gute Eltern sein können, zieht Mary Poppins weiter. (...) Sie lässt ihnen die Wahl. Es liegt an dir, die richtige Entscheidung zu treffen. Das ist ein ziemlich guter Weg, um durchs Leben zu gehen.

Frage: Apropos Entscheidungen: Es ist alles andere als einfach, im Musicalgeschäft zu bestehen. Sie haben es dort vom Bühnenhandlanger zum Milliardär geschafft. Wie?

Antwort: Ich wollte nie ein Milliardär sein. Ich wollte nur ein Produzent sein. Ich habe mit acht Jahren ein Musical names «Salad days» gesehen, es geht darin um ein magisches Klavier. Das war ein großer Erfolg in London. Ich wollte nach der Show den Komponisten treffen. Der nahm mich hinter die Bühne und zeigte mir, wie die Magie und die Kulisse funktionierten. Genau da beschloss ich, dass ich Musicalproduzent werden will. (...) Nächstes Jahr mache ich das seit 50 Jahren.

Frage: Im Musicalgeschäft werden meist neue Versionen alter Stücke und bekannte Inhalte auf die Bühne gebracht. Welche Chancen hat ein neuer Stoff? Ist das riskant?

Antwort: (...) Es geht nicht ums Risiko. Ich mache nur Stoffe, die ich liebe - ob sie erfolgreich sind oder nicht. Ich muss die Geschichte lieben, die Charaktere und die Musik. Natürlich wollen wir alle, dass die Sachen erfolgreich sind. Aber ich habe mich nie gefragt, wie viel Geld sie einbringen - oder ob sie Geld einbringen.

Frage: Wie bleibt man als Milliardär am Boden?

Antwort: Ich habe viele Freunde, die mir in den Hintern treten. Der Grund, wieso ich theoretisch so viel Geld wert bin, ist ja die Arbeit, die ich geleistet habe. Menschen versuchen, dafür einen Wert festzulegen. Sie hat aber nur einen Wert, wenn ich sie verkaufen will - und ich will sie nicht verkaufen.

Frage: Wann wollen Sie aufhören?

Antwort: Ich glaube meine Musicals werden noch produziert, lange nachdem Gott mich in den Ruhestand geschickt hat. Ich habe 40 Produktionen in der Planung über die nächsten paar Jahre.

ZUR PERSON: Der Musicalproduzent Cameron Mackintosh (70) gilt seit Jahrzehnten als Guru des Genres. Der Brite gilt neben Andrew Lloyd Webber als einflussreichster Theaterproduzent der Welt. Die Queen hat ihn für seine Dienste im Musiktheater zum Ritter geschlagen. Sein Vermögen wird auf über eine Milliarde Dollar geschätzt.

Webseite

zur Startseite

von
erstellt am 21.Okt.2016 | 14:08 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen