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Kultur

05. Dezember 2016 | 11:29 Uhr

Museen : Märchen erfahren und erleben in der Grimmwelt

vom

Die Gesetze der Schwerkraft scheinen außer Kraft gesetzt: Mit der Sonderausstellung «Der 8. Zwerg» macht die Grimmwelt in Kassel Wunder auf märchenhafte Weise erlebbar.

Kassel (dpa) - Lara und Pepe hüpfen wie Frösche auf das Schloss zu - und werden dann zu mutigen Fassadenkletterern. Die neue Sonderausstellung «Der 8. Zwerg» in der Grimmwelt Kassel verblüfft mit neuen Perspektiven.

Vom 24. November bis zum 1. Mai lockt ein Zwerg mit roter Zipfelmütze vor allem Familien in die 330 Quadratmeter große Ausstellung in Nordhessen. 

«Die ersten beiden Präsentationen hatten bewusst keine Märchen zum Inhalt. Es ging darum, die Facetten der Grimmschen-Welt zu zeigen», erklärt Museumsleiterin Susanne Völker zum Programm des 2015 eröffneten Hauses. Aber natürlich stünden die Märchen im Zentrum der Grimmschen Verdienste. Mit dem «8. Zwerg» bietet das Museum deswegen nun eine Erlebnisausstellung für die ganze Familie. «Wir wollten die Märchen vor allem erfahrbar und erlebbar machen.»

Das ist Völker und ihrem Team gelungen - finden jedenfalls die begeisterten Lara und Pepe. Ein Spiegeltrick macht das Klettern an der Schlossfassade möglich. Schon ziehen sich die zwei Grundschüler scheinbar außen am Schloss hoch, lassen die Beine über die Brüstung baumeln, hangeln von einem Ende des Schlosses zum anderen, nur um im nächsten Moment an den Hörstationen zu verweilen, die in den Türmchen untergebracht sind. In einem erklingen märchenhafte Kompositionen, im anderen sind selbst erfundene Märchen wie «Die kleine rote Paprika» von Kasseler Kindern zu hören. 

Schnell zieht Lara ihren Freund weiter. «Schattentheater», ruft die Neunjährige begeistert. Erst können die Kinder mit Rumpelstilzchen ums Feuer tanzen, dann lassen sie sich als Aschenputtel den Schuh vom Prinzen anziehen. 

«Wir haben uns bei der Konzeption nicht sklavisch an die Texte gehalten, sondern viel hinterfragt», erläutert Völker die Idee des «8. Zwergs». So beschäftigt sich die Ausstellung zum Beispiel damit, was passieren würde, wenn Schneewittchen keine Lust mehr hätte, nur schön zu sein. Besucher können Schneewittchen lustig, leichtsinnig oder vergnügt werden lassen, so dass diese sich nicht mehr hinter ihrer Schönheit verstecken muss. 

«Wir wollten die Dinge auf den Kopf stellen, sie umdichten und neu denken», sagt Völker, die auch Kuratorin der Ausstellung ist. Der freundliche «8. Zwerg» ist immer dabei und erklärt den Besuchern an großen Tafeln die einzelnen Stationen. «Der Zwerg ist freundlich, herzlich und hilfsbereit, aber auch manchmal schusselig.» Wer von dem Zwerg und der Ausstellung nicht genug bekommt, der darf sogar ein Spiel mit nach Hause nehmen. Das Würfel-Spiel «Der 8. Zwerg» lässt den Rundgang noch einmal Revue passieren. 

Das Museum bietet auf 1600 Quadratmetern einen Überblick über das Schaffen der Sprachforscher und Märchensammler. Außer Märchen steht das Deutsche Wörterbuch der Grimms im Fokus. Wilhelm und Jacob Grimm lebten mit Unterbrechungen zwischen 1798 und 1841 in Kassel.

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erstellt am 23.Nov.2016 | 15:26 Uhr

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