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Kultur

03. Dezember 2016 | 22:53 Uhr

Neuorientierung : Kings of Leon präsentieren ihr persönlichstes Album

vom

Kings of Leon melden sich mit «Walls» zurück und werden dabei persönlich wie nie. Für die Produktion nahmen die vier Rocker einen Tapetenwechsel vor - und holten sich einen deutschen Hit-Produzenten ins Boot.

Sie landeten 2008 mit «Sex on Fire» und «Use Somebody» Megahits, gewannen drei Grammys und wurden von den Kritikern gefeiert. Vielen früheren Fans wurden Kings of Leon dann aber zu mainstreamig, zu poppig. 

Mit ihrem siebten Album «Walls» wollen sich die Rocker aus Nashville wieder neu erfinden. Dafür stellte die Familientruppe - drei Brüder und ein Cousin - ihren Produktionsalltag auf den Kopf. «Die Abläufe waren uns einfach zu geläufig und wir wurden zu bequem», erklärt Leadsänger Caleb Followill (34) im dpa-Interview. Darum entschlossen sie sich, die neue Platte nicht im heimischen Nashville aufzunehmen, sondern im sonnigen Los Angeles. Dort hatte die US-Band schon ihre ersten beiden Alben produziert.

Keine einfache Entscheidung, schließlich sind die Musiker  mittlerweile unter der Haube, fast alle haben Kinder. Die wurden kurzerhand aus der Schule genommen und kamen drei Monate lang mit nach Kalifornien. «Wir wussten, dass wir etwas drastisch ändern und raus aus unserer Komfortzone mussten. Etwas, was uns herausfordert und auch etwas Angst macht. Etwas, das uns auf Dauer inspiriert.»

Neue Ideen fanden Kings of Leon vor allem gemeinsam mit ihrem neuen Produzenten. Der in Deutschland geborene Markus Dravs ist für Hit-Alben von Coldplay, Arcade Fire oder Florence + the Machine verantwortlich und geigte der Band auch mal die Meinung, als ihm Songs nicht gefielen. Das hätten sie noch nie erlebt, sagen die vier Jungs. 

«Wir haben wenige atmosphärische Geräusche eingebaut, die Stimmen kaschieren könnten. Es ist schwer zu erklären, aber es war ein sehr organischer Prozess. Zurück zu den Wurzeln», erklärt Bassist Jared Followill (29).

Unter die zehn Songs mischen sich eingängig-funkige Gute-Laune-Nummern wie «Around the World» und die melancholische Schlussnummer «Walls». Das ist nett anzuhören, frech und innovativ ist es dagegen nicht. Die Südstaaten-Band scheint den Fokus diesmal ohnehin mehr auf die Texte gelegt zu haben. «Walls» sei ihr bislang persönlichstes Album, betont sie. 

«Wenn du ein Album machst, verwandelst du dich in eine etwas verrückte Person. Du stößt Leute vor den Kopf. Es war mir wichtig, sich dessen bewusst zu werden und darüber zu schreiben. Über die Menschen, die man verletzt hat», sagt Caleb, der mit dem Model Lily Aldridge (30) verheiratet ist. Auch über persönliche Verluste und verstorbene Freunde singen die Grammy-Gewinner. «Das war nicht immer einfach.»

Die Jungs haben auch einiges zu erzählen, schließlich waren die Jahre als Band ein ständiges Auf und Ab. Die Plattenverkäufe gingen nach dem 2008er-Album «Only by the Night» zurück, 2011 verließ Caleb - mutmaßlich betrunken - während einer Show die Bühne und sagte den Rest der Tour ab. Die Familienmitglieder verkrachten sich, nahmen eine Auszeit und meldeten sich 2013 mit «Mechanical Bull» zurück. Jetzt legen sie nach. 

«Das Album fühlt sich sehr entscheidend für unsere Karriere an», erzählt Jared. «Du bist an einem Punkt angelangt, an dem du entweder eine andere Richtung einschlägst oder so weitermachst wie bisher. Das wollten wir einfach nicht.» Bleibt abzuwarten, ob Kings of Leon verloren gegangene Fans damit überzeugen können. 

Tourdaten: 15.02.2017 Köln – Lanxess Arena, 16.02.2017 Hamburg – Barclaycard Arena

Website Kings of Leon

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erstellt am 17.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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