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Kultur

25. März 2017 | 03:00 Uhr

«Selfies» : Jussi Adler-Olsen und Carl Mørcks siebter Fall

vom

Im Jahr 2008 kam Jussi Adler-Olsens erster Carl-Mørck-Roman «Erbarmen» auf den Markt. Fast zehn Jahre später befasst sich das Sonderdezernat Q schon mit seinem siebten Fall - und der hat es in sich.

Die Reihe von Dänemarks Krimi-Star Jussi Adler-Olsen über den kauzigen Ermittler Carl Mørck und sein Sonderdezernat Q ist eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Die Bücher der Krimi-Reihe wurden nach Angaben des Deutschen Taschenbuch Verlages (dtv) allein in Deutschland millionenfach verkauft.

Die Thriller sind in Dutzenden Ländern erschienen. Die ersten drei Bände, «Erbarmen», «Schändung» und «Erlösung» wurden bereits erfolgreich für das Kino verfilmt. Und auch Adler-Olsens neuestes Buch reiht sich nahtlos ein in die Erfolgsgeschichte: «Selfies» schaffte es aus dem Stand auf Platz eins der Bestseller-Listen.

Adler-Olsen macht in dem Buch - das nach «Erbarmen» (Erstveröffentlichung 2008), «Schändung» (2008), «Erlösung» (2009), «Verachtung» (2010), «Erwartung» (2012) und «Verheißung» (2014) nur vom Titel her etwas aus der Reihe fällt - sein Versprechen wahr, auch die Geheimnisse um die Ermittler des Sonderdezernates nach und nach aufzudecken. Den Anfang macht Rose, die toughe Assistentin mit der komplizierten Persönlichkeitsstruktur - und einer noch komplizierteren Beziehung zu ihrem sadistischen und vor Jahren gestorbenen Vater. «Roses Geheimnis, das dunkler ist als alles, was das Sonderdezernat Q bislang erlebt hat», heißt es im Klappentext und das ist nicht zuviel versprochen.

Roses Schicksal ist aber nur ein kleiner Teil in einer wahren Flut von krimineller Energie, mit der es Carl Mørck und sein Assistent Assad im neuen Buch zu tun bekommen. «Selfies» ist nicht, wie auf dem Buch angekündigt, «der siebte Fall für Carl Mørck», sondern eigentlich Fall sieben, acht, neun, zehn und elf. Allerdings hängt in diesem Buch alles irgendwie - mal mehr, mal weniger einleuchtend - zusammen.

Alles fängt an mit einer älteren Dame, die erschlagen in einem Kopenhagener Park gefunden wird. Ein Fall, der unheimliche Ähnlichkeiten aufweist mit einem ungeklärten Mord vor einigen Jahren. Damals lag eine hübsche Lehrerin ebenfalls erschlagen im Park, von ihrem Mörder fehlte jede Spur. Fast zeitgleich macht ein Autofahrer Jagd auf junge Frauen, die Sozialhilfe beziehen und sich gerne schminken. Nach und nach kommen die Ermittler immer mehr Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Fällen auf die Spur. Manches wirkt dabei etwas konstruiert - spannend ist es trotzdem.

Auch «Selfies» dürfte nicht der letzte Fall für Mørck gewesen sein. Nach «Erbarmen», «Schändung», «Erlösung», «Verachtung», «Erwartung» und jetzt eben «Selfies» soll es weitergehen. Insgesamt plant der Autor zehn Bände. «Viele Krimi-Autoren schreiben Fortsetzungen mit den immer gleichen Ermittlern, aber die Geschichte entwickelt sich nicht», sagte Adler-Olsen einmal im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Meine Bücher kann man dagegen als zehn Kapitel eines einzigen Buches verstehen.» Weil in Buch sieben auch die mysteriöse Aura, die Assad umgibt, und die Geheimniskrämerei um seine Vergangenheit immer wieder thematisiert werden, liegt zumindest die Vermutung nahe, dass sich der nächste Band aus der Reihe um ihn drehen könnte.

- Jussi Adler-Olsen: Selfies. dtv, München, 576 Seiten, 23,00 Euro, ISBN 978-3-423-28107-2.

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erstellt am 21.Mär.2017 | 12:29 Uhr

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