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Kultur

02. Dezember 2016 | 23:20 Uhr

Umstritten : Erotik-Fotograf David Hamilton tot - Missbrauchsvorwürfe

vom

Der Star-Fotograf David Hamilton hatte einen eigenen Stil: Aktbilder junger Mädchen in Weichzeichner-Optik. Das brachte ihm den Vorwurf der Pornografie ein; erst kürzlich wurde er sogar des Missbrauchs bezichtigt. Nun ist der 83-Jährige tot. Fragen bleiben offen.

Der umstrittene britische Fotograf und Filmemacher David Hamilton ist im Alter von 83 Jahren in seiner Pariser Wohnung gestorben. Die Umstände seines Todes geben Rätsel auf.

Französische Medien berichteten, Hamilton habe sich selbst getötet; dies wurde am Wochenende jedoch nicht offiziell bestätigt. Hamilton war seit Jahrzehnten bekannt für seine weichgezeichneten Aktbilder junger Frauen und Mädchen.

Erst vor wenigen Tagen hatten einige seiner ehemaligen Models ausgesagt, Hamilton habe sie als junge Mädchen sexuell missbraucht. Der Fotograf bestritt diese Vorwürfe.

Die französische TV-Moderatorin Flavie Flament schreibt in einem im Oktober veröffentlichten Buch, sie sei 1987 im Alter von 13 Jahren von einem berühmten Fotografen vergewaltigt worden. In der vergangenen Woche sagte sie dann, dieser Fotograf sei Hamilton gewesen. Danach beschuldigten ihn zwei weitere Frauen. Hamilton wies die Vorwürfe zurück: «Ich bin unschuldig und habe das Recht, auch so betrachtet zu werden», sagte er noch am vergangenen Mittwoch, wie der Sender Europe 1 berichtete.

Am Freitagabend fand ein Nachbar Hamilton bewusstlos in dessen Wohnung, wie der Sender weiter meldete. Die herbeigerufenen Sanitäter hätten ihn nicht wiederbeleben können. Nach Informationen der Wochenzeitung «Journal de Dimanche» stand die Tür von Hamiltons Wohnung im schicken 6. Stadtbezirk offen - der Grund dafür sei bisher unbekannt.

Flament sagte dem Blatt, sie empfinde nach dem Tod des Fotografen keine Schuld. «Dieser Mann hat uns zerstört», sagte sie. Er habe das Leben von Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren kaputt gemacht, lautet ihr Vorwurf. «Die Täterschaft darf nicht das Lager wechseln, wir sind die Opfer», sagte Flament. Ihre Lektorin Karina Hocine meinte zuvor laut Medienangaben, Flament sei durch die Todesnachricht am Boden zerstört. Man sei entsetzt und zugleich empört. Es sei keine Zeit geblieben, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

In den 1960er und 1970er Jahren war der Brite mit weichgezeichneten Aktfotos junger Frauen und Mädchen bekannt geworden. Seine Motive waren vorzugsweise blonde Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren. Seine Alben und Poster wurden millionenfach verkauft, seine Arbeiten in hochwertigen Modemagazinen gedruckt. Auch im Kino war Hamilton mit erotischem Material erfolgreich: Sein Film «Bilitis» (1976) wurde ebenso ein Erfolg wie der Streifen «Zärtliche Cousinen» (1980) mit Anja Schüte in einer der Hauptrollen. Doch seit den 1990er Jahren wurde Hamiltons Werk auch zunehmend kritisch gesehen. Ihm wurde Pornografie und latente Pädophilie vorgeworfen.

Interview von Flament im "Journal de Dimanche", gekürzte Fassung (Französisch)

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erstellt am 27.Nov.2016 | 12:32 Uhr

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