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Kultur

27. Juni 2016 | 04:10 Uhr

Hollywood : Die Oscar-Verleihung von A bis Z

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Was Sie schon immer über den Academy Award of Merit wissen wollten.

A: „And the winner is ...“

Früher hieß es immer „And the winner is ...“ (Und der Gewinner ist...) Damit sich die Nominierten, die bei der Verleihung leer ausgehen, nicht als „Verlierer“ fühlen müssen, sagen die Laudatoren seit 1989 allerdings lieber „The Oscar goes to ...“(Der Oscar geht an...).

B: Boykott

Eine ganze Reihe von Schauspielern verweigerte schon die Annahme des Oscars, unter anderem Marlon Brando für „Der Pate“ und George C. Scott für „Patton – Rebell in Uniform“. In diesem Jahr haben Will Smith und seine Frau Jada Pinkett Smith angekündigt, nicht zu Oscar-Verleihung zu erscheinen. Ihrer Meinung nach mangele es den Nominierungen an ethnischer Diversität – 2015 und 2016 war nicht ein einziger Farbiger unter den Auserwählten. Das Komitee versprach daraufhin nachzubessern und neue Regeln einzuführen, die in Zukunft mehr Wert auf Diversität legen sollen.

D: Diebstahl

Die Schauspielerin Alice Brady konnte ihren Filmpreis für „In Old Chicago“ nicht selbst in Empfang nehmen, weil sie sich den Fuß gebrochen hatte. Also drückte man ihn einfach einem Unbekannten in die Hand, der ihn ganz offiziell in Bradys Namen in Empfang nahm – und auf Nimmerwiedersehen damit verschwand. Bis heute weiß niemand, wer der Dieb war.

E: Erster Preisträger

Am 16. Mai 1929 wurde der Filmpreis das allererste Mal vergeben und zwar an den Deutschen Emil Jannings, der damit für seine Leistung als „Bester Hauptdarsteller“ im Film „Der Weg allen Fleisches“ (1927) geehrt wurde. Damals wurde um den Oscar noch nicht so ein Rummel wie heute veranstaltet und so existieren noch nicht einmal Bilder von der Verleihung, die ohnehin nur 15 Minuten dauerte.

L: Leichtgewicht

Die 34,29 Zentimeter große Trophäe wiegt 3,856 Kilogramm und besteht aus einer massiven Nickel-Kupfer-Silberlegierung, die mit einer 24-karätigen Goldhaut überzogen ist. Der Materialwert beträgt rund 300 US-Dollar.

O: Onkel Oscar

Eigentlich heißt der Oscar ja gar nicht Oscar, sondern „Academy Award of Merit“ (Verdienstpreis der Akademie), was durchaus Sinn macht, wird der doch von der US-amerikanischen Filmakademie Academy of Motion Picture Arts and Sciences verliehen. Wie der Filmpreis zu seinem Spitznamen Oscar kam, lässt sich heute nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Laut Akademie ist die Bibliothekarin der Institution, Margaret Herrick, die Namensgeberin gewesen, die beim Anblick der Trophäe angeblich ausgerufen haben soll: „Der sieht ja aus wie mein Onkel Oscar!“

R: Rekorde

Insgesamt 17 Oscars räumte die Herr-der-Ringe-Triologie ab. Als Einzelfilme am erfolgreichsten waren mit je elf Oscars: „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“, „Titanic“ und „Ben Hur“. „Vom Winde verweht“ brachte es auf zehn der begehrten Filmpreise. Am häufigsten nominiert wurden mit je vierzehn Nominierungen „Alles über Eva“ und „Titanic“.

S: Skandale

Skandale gab es schon so einige. 1974 rannte ein splitternackter Flitzer über die Bühne und stahl so allen die Show. Aber auch ernstere Anliegen sorgten für Aufmerksamkeit: Marlon Brando ließ 1973 die Indianerin Sacheen Littlefeather eine von ihm verfasste Rede verlesen, die die Unterdrückung der Indianer anprangerte. Michael Moore kritisierte in seiner Oscar-Dankesrede den damaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush für den Irak-Krieg. 2010 forderte Elinor Burkett auf der Bühne ihre Rechte für den ausgezeichneten Dokumentarfilm „Music By Prudence“ lautstark ein. Die ursprüngliche Idee stammte von ihr, sie war aber später aus dem Projekt gedrängt worden.

V: Verkaufsverbot

Seit 1950 müssen die Gewinner unterschreiben, dass weder sie selbst noch ihre Erben den Oscar einfach verkaufen werden – zumindest solange nicht, bis sie ihn der Akademie für einen einzigen Dollar angeboten haben, die somit das Vorkaufsrecht hat. Bevor diese Bestimmung in Kraft trat, wechselten einige Oscars für ansehnliche Summen den Besitzer. Zuletzt sorgte jene Trophäe für Aufsehen, die Orson Welles für „Citizen Kane“ bekommen hatte. Die Erben gewannen einen Rechtsstreit, weil Welles die entsprechende Vereinbarung über das Verkaufsverbot 1941 natürlich noch nicht unterschrieben hatte. Der Oscar wurde am 20. Dezember 2011 für 861  542 US-Dollar an einen anonymen Käufer versteigert.

Z: Zensur

Im Jahr 2003 weigerte sich der Rapper Eminem, sein Gewinnerlied „Lose Yourself“ aus dem Film „8 Mile“ nur in einer zensierten Version aufzuführen. Konsequenterweise kam er gar nicht erst zur Show.

 

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