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Kultur

10. Dezember 2016 | 13:49 Uhr

Privatsammlung : Altenbourg-Schau mit Blicken ins Künstlerhaus

vom

Ursprünglich sollte die Ausstellung zum 90. Geburtstag des Grafikers Gerhard Altenbourg in seiner Ostthüringer Heimat im Juni eröffnet werden. Doch wegen Bauarbeiten wurde der Termin verschoben. Nun ist sie ab Sonntag in erweitertem Rahmen zu sehen.

Von einem riesigen schwarz-weißen Foto aus blickt der Grafiker Gerhard Altenbourg (1926-1989) den Besuchern der neuen Ausstellung im Lindenau-Museum entgegen: Aufgenommen in seinem Garten, posiert er großbürgerlich mit Hut und Pelzkragen.

Am 22. November wäre er 90 Jahre alt geworden - knapp zwei Wochen danach eröffnet das Museum am Sonntag (4. Dezember) nun seine Jubiläumsschau.

Dazu hat es auch etliche Arbeiten des Künstlers zusammengetragen, die bisher noch nicht öffentlich zu sehen waren. Neben 24 Zeichnungen und einen Messingguss aus einer Privatsammlung vereint die Schau Arbeiten, die der Künstler für sein Wohnhaus geschaffen hat, gepaart mit Fotografien aus dem Haus Anfang der 90er Jahre und heute.

Damit soll das Haus, das Altenbourg bis ins kleinste Detail gestaltete und als Gesamtkunstwerk gilt, in den öffentlichen Fokus gerückt werden. Zu sehen sind etwa zwei kunstvoll verzierte Türen sowie Fotografien, die Ulrich Lindner wenige Monate nach dem Tod des Künstlers aufgenommen hat und etwa sein Arbeitszimmer noch weitgehend im Originalzustand zeigt. Kombiniert wird dies mit neueren Aufnahmen von Claus Bach.

Das Haus ist bislang nicht öffentlich zugänglich. Es sei aber ein wichtiger Werkkomplex Altenbourgs, erklärte Museumsdirektor Roland Krischke. Hier habe er sich mit seinen Gedanken und seiner Kreativität ausgedrückt und alles bis hin zum Schlüssel in seiner Art überformt. Die DDR-Kulturpolitik hatte den Künstler weitgehend ignoriert, doch jenseits des Eisernen Vorhangs war er hoch anerkannt. Das Haus war für ihn ein Refugium, das er nach seinen Vorstellungen gestaltete.

Erstmals komplett öffentlich zu sehen ist in der Jubiläumsschau die Altenbourg-Sammlung des Ehepaars Pfäffle aus Baden-Württemberg. Krischke sprach von einer «außergewöhnlichen Schenkung», die das Werk Altenbourgs in seinen verschiedenen Schaffensphasen widerspiegele und den Zeitraum von 1948 bis 1989 umfasse.

Eigentlich sollte die Schau schon im Juni eröffnet werden, war dann aber wegen Bauarbeiten im Museum verschoben worden. Dafür wurde sie nun um Einblicke in das einstige Wohnhaus des Künstlers erweitert. Sie ist bis zum 5. März zu sehen. Zur Eröffnung der Schau «Altenbourg in Altenburg» am Sonntag ist zudem eine Uraufführung von sechs Gesängen nach Gedichten Altenbourgs geplant. Sie wurden von George Alexander Albrecht vertont.

Ausstellung "Altenbourg in Altenburg"

Stiftung Gerhard Altenbourg

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erstellt am 01.Dez.2016 | 18:36 Uhr

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