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Kultur

09. Dezember 2016 | 04:56 Uhr

Zeitreise : Alicia Keys: Kraftvoll, vielfältig, brodelnd

vom

Vor kurzem hatte Alicia Keys angekündigt, auf Make-up verzichten zu wollen - und damit Furore gemacht. In gewisser Weise ist auch ihr neues Album ungeschminkt.

Understatement ist nicht die Sache von Alicia Keys, wenn es um ihr neues Album «Here» geht: «Ihr werdet die beste Musik hören, die ihr je von mir gehört habt. Punkt», sagte sie mit großem Selbstbewusstsein im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

Verstecken muss sich die Sängerin sowieso nicht, die schon als Jugendliche einen Plattenvertrag bekam. Bisher hat sie mehr als 35 Millionen Alben weltweit verkauft und zahllose Preise gewonnen, darunter 15 Grammys. Ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt.

Und doch scheint ihr in all den Erfolgsjahren etwas gefehlt zu haben. Mit ihrer Musik sei sie schon immer sehr leidenschaftlich und ehrlich gewesen, meint die Sängerin aber da ist auch ein großes «Aber»: «Ich habe jetzt zum ersten Mal wirklich alles von mir mit hineingegeben - ganz ohne Angst», sagte sie. Zum ersten Mal habe sie nicht mehr so viel darüber nachgedacht, was die Leute sagen werden, betont die Grammy-Preisträgerin. «Wenn du älter wirst, lernst du dich selbst besser kennen. Und du wirst mutiger und kümmerst dich weniger um die Einflüsse von außen.» Sie fühle sich toll damit.

Dabei würde ihr Album «Here» ganz im Zeichen des Souls stehen, meint Alicia Keys, auch wenn die Sängerin den Begriff sehr weit fasst und leidenschaftlich auffasst: «Für mich ist das alles von Erik Satie bis zu Nirvana. Und klar, der Blues und R'n'B und Rock'n'Roll - das ist alles Soul-Musik, wenn du als Musiker alles von dir selbst mit hereingibst.»

«Here», das ist Hip-Hop und Seventies-Soul, R&B und Gospel - mal in eine Ballade verpackt, mal als energiegeladene Uptempo-Nummer. Auf jeden Fall aber immer unglaublich vital und vibrierend. Alicia Keys setzt auf ihrem Album auf kreative Vielfalt und lädt zu einer Entdeckungsreise in ein ganzes Universum ein. Das mag manchmal ein bisschen sperrig sein, gar ein wenig verschroben und der Fluss durch «Interludes» unterbrochen - aufregend ist es allemal.

Und in ihren Songs spricht sie Klartext: Da geht es um Rassismus, die Umwelt, um falsche Schönheitsstandards, die Kraft der Liebe, die Geschichte der Schwarzen und um Mauern, die Menschen aus Hass und Furcht aufschichten wollen («Holy War»).

«Here» ist auch eine Rückbesinnung auf all das, «was mich inspiriert und beeinflusst hat beim Erwachsenwerden», sagt Alicia Keys, die damit ein Türchen zu ihrer Welt öffnet. «Auf jeden Fall geht es ziemlich zu meinen Anfängen zurück, ist durchdrungen von New York City, von dem Sound, mit dem ich aufgewachsen bin.» Und das brodelt - New York eben.

Website Alicia Keys

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erstellt am 10.Nov.2016 | 17:07 Uhr

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