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Region Schwerin/Gadebusch

05. Dezember 2016 | 19:34 Uhr

Wer hat hier wen in der Hand?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Anne-Kristin Graf hat verschiedene Studien zum Thema Smartphone-Nutzung ausgewertet und ihre Erkenntnisse zu einer Glosse formuliert

Wenn das Handy selbst schon deinen Freund im Bett ersetzt, wo soll dies noch hinführen? Das „TIME“-Magazin hat, dank einer Umfrage, herausgefunden, dass 80 Prozent der 18- bis 24-jährigen Amerikaner mit dem Handy neben dem Bett schlafen.

Warum auch nicht? Jenes mobile Telefongerät ersetzt auch körperliche Wärme und virtuelle Gespräche sind doch nun wirklich um Einiges angenehmer, als das man jemanden in die Augen schauen muss. Im Durchschnitt entsperren wir 110 Mal am Tag unser Smartphone, um Neuigkeiten zu checken. Manche sogar bis zu 900 Mal. Unfassbar, aber wahr. Ob dies so hygienisch ist? Das Telefon ist immerhin 18 Mal dreckiger, als ein Durchschnittsklo – je öfter du es nutzt, desto schlimmer wird es. Außerdem würden 40 Prozent der Menschen lieber das Zähneputzen für eine Woche aufgeben, um das Handy nutzen zu können. Ist es nicht erschreckend, dass fast die Hälfte der befragten Personen lieber das Vergammeln ihrer Zähne in Kauf nehmen würde, anstatt dieses Gerät, sieben Tage, beiseitezulegen? Ohne Worte. Von sieben Milliarden Menschen auf der Welt besitzen immerhin sechs Milliarden ein Handy. Davon haben aber nur, laut der UN, 4,5 Milliarden Menschen eine Toilette. Das zum Thema Hygiene. Außerdem haben mehr Leute ein Telefon, als Zugang zu sauberem Wasser. Eines unserer Grundbedürfnisse wird durch das Smartphone ersetzt. Wozu brauchen Menschen auch gereinigtes Wasser, wenn diese ein Handy besitzen? Mit dem mobilen Gerät kann man schließlich auch kochen, waschen, etc. Ohne sein Phone ist eben niemand lange glücklich. MAIDS – „Mobile and Internet Dependency Syndrome“, so wird die Sucht, nach dem mobilen Gerät bezeichnet. Es gibt mittlerweile sogar ein Behandlungszentrum dagegen in Kalifornien. Symptome sind Angst, Depressionen und Schlaflosigkeit, wenn die ständige Nutzung des Gerätes nicht möglich ist.

Das Smartphone bringt uns dem Tod also einen Schritt näher. Nicht nur, dass wir, wie oben schon erwähnt, die Hygiene, soziale Kontakte sowie Grundbedürfnisse vernachlässigen. Nein, denn 21 Prozent der Unfälle, von 15- bis 19-Jährigen wurden durch die Nutzung des Phones während des Fahrens eines Autos, verursacht. Unglaubliche 21 Prozent mussten ihr Leben lassen, da mit dem Handy telefoniert, gechattet, gespielt werden musste. Dies ging nicht zu Hause. Warum auch warten und sich auf eine Tätigkeit konzentrieren. Multitasking kann doch schließlich jeder.

Aber hat das Phone wirklich geklingelt? Laut einer Studie der Universität von Indiana zufolge hatten bereits 89 Prozent der Handynutzer Phantom-Vibrationen wahrgenommen. Oder sie dachten zumindest, dass sie eine Nachricht bekommen haben, obwohl das Handy aus war und somit unmöglich. Das Bedürfnis, eine Nachricht zu bekommen, also nach Aufmerksamkeit, steigt ins Unfassbare. Wenn sich eine Person nicht bei uns meldet, oder fast noch schlimmer, unsere Kontaktversuche ignoriert, handeln wir voreilig. Sieben Prozent sagten, dass sie wegen der Nutzung ihren Job verloren haben oder ihre Beziehung zerbrochen ist, erklärt Psychologe David Sheffield nach seiner Studie in der Staffordshire University. Und damit sind wir wieder bei dem Punkt soziale Kontakte und Grundbedürfnisse. Ohne Job kein Geld. Ohne Liebe keine Beziehung. Aber was macht das alles schon, solange man das Smartphone immer dabei hat.

Geschrieben von:

Anne-Kristin Graf

Klasse 11a

Gymnasiales Schulzentrum „Felix Stillfried“, Stralendorf

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von
erstellt am 28.Nov.2016 | 10:03 Uhr

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