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Region Bützow/Güstrow/Rostock

24. Februar 2017 | 16:18 Uhr

Recknitz-Campus Laage : „Fliegender Teppich“ im Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Schüler aus Syrien und Afghanistan am Recknitz-Campus Laage gestalten bunten Teppich

Jetzt gelangte ein fliegender Teppich ins Laager Rathaus – ganz ohne Magie. Die Lehrerinnen Dörte Blank und Susanne Langner vom Recknitz-Campus kamen mit den Schülern des DaZ-Kurses (Deutsch als Zweitsprache) und einem Gemälde, welches einen fliegenden Teppich darstellt, zur Bürgermeisterin Ilka Lochner. Der Teppich wurde vorgestellt, Weihnachtslieder gesungen – rundum ein schöner Abschluss für ein tolles Projekt.

Dabei nahm alles seinen Anfang durch einen Zufall. Eine Leinwand wurde im Keller entdeckt. „Da kann man was draus machen“, dachte sich Dörte Blank und holte sie in den Kunstraum. Die Idee, die dahinter steckte, formulierten die Schüler aus Syrien und Afghanistan in ihrer Rede an die Bürgermeisterin in schönstem Deutsch so: „Es hat uns viel Spaß gemacht. Wir können nicht jeden Tag immer nur Wörter und Grammatik lernen. Wir haben schon lange keine schönen Bilder mit bunten Farben gemalt. Jeder wollte ein eigenes Bild malen und trotzdem wollten wir eines zusammen machen, wie auf einem Teppich.“

Anfangs wussten sie gar nicht, was sie machen sollten, denn manche Schüler waren jahrelang nicht mehr in der Schule. Also recherchierten sie nach Teppichmotiven aus arabischen und aus anderen Ländern, denn jetzt sollte es ein „fliegender Teppich“ werden. In ihrer Rede an die Bürgermeisterin formulierten sie diese Idee so: „Der fliegende Teppich ist ein Zauberteppich. Er wird in den Geschichten von Tausendundeiner Nacht erwähnt. Er ist eine Art Lufttransporter für Personen. Der mythische Teppich bringt Menschen sofort und schnell an ihr Ziel. Von dem Teppich wurde auch in den Märchen von Aladdin erzählt, als er zwischen den Städten unterwegs war. Die Geschichten sind arabischer Herkunft.“

Und so malte jeder der 13 Schüler und der vier Lehrer eine Teppichfläche aus, der Teppich wurde schöner und schöner. Dörte Blank fand ihn zu schön, um nur im Keller zu stehen, und ihr kam die nächste Idee: Der muss ins Rathaus! Sie machte einen Termin mit der Bürgermeisterin und die war begeistert. Alle Schüler bereiteten sich gut darauf vor und jeder zeigte sein Bild auf dem Teppich.
Ilka Lochner freute sich sehr über das Geschenk: „Finde ich richtig klasse, weil viele der Schüler ein Stück von Zuhause eingebracht haben. Auch zusammen mit dem alten Ochsenkopf im Rathaus ist das eine gute Verbindung von unserer und der orientalischen Kultur.“

Der „Fliegende Teppich“ hat nun seinen Platz im Besprechungsraum des Rathauses der Recknitzstadt, wo ihn viele bestaunen können, und er wird noch lange von dieser schönen Idee der Schule berichten und Zeugnis dafür sein, wie eine Stadt Willkommenskultur meistern kann.


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