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Junge Zeitung

29. September 2016 | 22:23 Uhr

Hilfe : Lachen, streiten, spielen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SOS-Kinderdörfer bieten Kindern in Not ein neues Zuhause – und ein Familiengefühl.

SOS! Den Hilferuf der Seefahrer kennt ihr alle. Wer SOS funkt, ist in höchster Not und hofft auf schnelle Rettung. Leider gibt es auch viele Kinder, die ganz dringend Hilfe brauchen, weil ihre Eltern sich nicht genug um sie kümmern. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich. Manche Eltern sind zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt, andere nehmen vielleicht sogar Drogen, dass sie es nicht schaffen, sich gut um ihre Kinder zu kümmern. Zum Glück gibt es die SOS-Kinderdörfer, in denen Kinder in Not fast wie in einer richtigen Familie leben können.

Die Idee dafür hatte der Österreicher Hermann Gmeiner. 1949 gründete der damals 30-jährige Medizinstudent in Österreich das erste SOS-Kinderdorf. Es war für verlassene Kinder und Waisenkinder gedacht, also Kindern, deren Eltern unauffindbar oder verstorben waren. Von denen gab es damals, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, viele. Gmeiner war der Meinung, dass Kinder einen Ort brauchen, wo sie sich zu Hause fühlen, um später zu glücklichen Erwachsenen zu werden. Neun Jahre später wurde das erste SOS-Kinderdorf in Deutschland eröffnet. Heute gibt in Deutschland schon 16 dieser Dörfer, eines davon sogar mitten Berlin.

Ein Kinderdorf besteht aus mehreren Familienhäusern, in denen jeweils eine Kinderdorfmutter oder ein Kinderdorfvater mit fünf bis sechs Kindern wie in einer Familie zusammenleben. Es gibt eine Küche, ein Wohnzimmer, Badezimmer und viele Kinderzimmer. Die Kinder fühlen sich wie Geschwister. Manche sind es auch wirklich. Sie spielen, streiten, lachen und feiern – genau wie in einer ganz normalen Familie. In so einem Kinderdorf ist immer viel los. Kein Wunder. Schließlich leben dort bis zu 60 Kinder. Da findet man nachmittags immer jemanden zum Spielen. Das Wichtigste ist, dass Kinder hier besonders viel Zuwendung bekommen und sie sich wieder geborgen fühlen können.

Die Idee kam auch in anderen Ländern so gut an, dass dort ebenfalls Kinderdörfer entstanden. Auch ehemalige Kinderdorfkinder setzen sich später als Erwachsene für Kinder in Not ein.

Weltweit gibt es inzwischen mehr als 500 SOS-Kinderdörfer – besonders viele in Afrika. Hermann Gmeiner, der diese tolle Idee hatte, ist inzwischen verstorben. Aber zum Glück gibt es viele Leute, die sich weiterhin für seine Idee einsetzen, Geld sammeln und weitere Kinderdörfer bauen.

Autorin: Maren Herbst





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