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09. Dezember 2016 | 20:22 Uhr

Zoo-Serie : Wilde Tiere beobachten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unsere neue Zoo-Serie, Teil 1: Schon im Altertum liebten Herrscher Exoten wie Elefanten, Tiger und Löwen.

Ein Besuch im Zoo ist immer ein besonderes Erlebnis. Die vielen exotischen Tiere begeistern die Besucher ebenso wie heimische Wildtiere. Heute soll es über 10 000 Tiergärten auf der Welt geben, in die jährlich 600 Millionen Besucher strömen.

Zoos blicken auf eine lange Geschichte zurück. Als aus den kleinen Stammensgebieten einst durch Eroberungen große Reiche entstanden, wollten die Herrscher ihre Macht durch prächtige Paläste und schöne Gärten zeigen. Wilde Tiere waren beliebt, denn sie galten als Machtsymbol. So hielten die sumerischen Könige Antilopen und Elefanten fortan nicht mehr als potenzielle Mahlzeit, sondern aus religiösen Gründen. Auch die altägyptische Pharaonin Hatschepsut hielt in ihren Parks ganze Herden von Wasserböcken, Gazellen und Straußen. Als Geschenk erhielt die Herrscherin auch Elefanten aus Indien, die waren etwas ganz Besonderes.

In der Antike, also vor mehr als 3000 Jahren, versuchten die Gelehrten in Griechenland, die Tierwelt in Kategorien zu ordnen. Sie haben die Tiere beobachtet, ihren Körperbau studiert, die Unterschiede von Fischen, Vögeln und Vierbeinern festgehalten. Als die Römer im Mittelmeerraum ihr großes Reich erobert hatten, wurden exotische Tiere aus fremden Ländern als Kuriosum in Zirkusmanegen zur Schau gestellt. Die Gladiatoren, die Kämpfer in der Arena, traten damals auch gegen Löwen und Tiger an. Diese Schaukämpfe waren sehr beliebt beim Volk.

Im Mittelalter begann in Europa die Zeit der Seefahrer. Sie entdeckten ferne Länder und brachten seltene Handelsware mit. So hatten sie bei ihrer Rückkehr auch Tiere an Bord ihrer Schiffe. Da waren ganz seltsame Exemplare dabei, die in Europa gänzlich unbekannt waren. Diese wurden dann in den Menagerien von Kaisern und Königen untergebracht. Menagerien waren höfische Parkanlagen, in denen die Tiere leben konnten. Sie gelten als die Vorläufer der heutigen zoologischen Gärten und dienten der Unterhaltung bei Hofe.

In Europa befand sich eine der ersten Menagerien im Tower of London. 1235 hielt dort Heinrich III. von England schon Elefanten. Der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. ließ sich auf Schloss Versailles einen ganzen Gebäudekomplex für die Tierhaltung errichten. Allerdings waren die Käfige extrem eng, artgerecht waren sie nur in den seltensten Fällen. Das Volk durfte damals die Menagerien nicht betreten.
Erst viel später entstand die Idee vom zoologischen Garten, in dem die Tiere in einer Käfiglandschaft gehalten und zu Schau gestellt werden. So wurden unter anderem Raubtiere weit entfernt von ihren in freier Wildbahn üblichen Beutetieren untergebracht. Doch bis zu einer artgerechteren Haltung und Zugang für die einfachen Leute verging noch eine lange Zeit.

Autor: Ronny Stein

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