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Natur : Vom Samen zur Pflanze

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In den Frühlingsmonaten kann es noch kalt sein. Manche Pflanzen werden deshalb an warmen Orten vorgezogen.

Bohnen, Erbsen, bunte Blumen: Im Sommer kann man verschiedene Pflanzen bestaunen. Oft werden ihre Samen im Frühjahr draußen direkt in die Erde gesteckt. Bei einigen Blumen, Kräutern und Gemüsen geht das jedoch nicht so einfach, etwa bei Tomaten und Gurken. Sie brauchen Wärme. Bei uns müssen sie meist vorgezogen werden.

Das bedeutet, dass die Samen zuerst in Töpfe oder andere Gefäße gesät werden. Diese stehen drinnen an einem warmen Ort. Für einige Wochen kann sich hier aus dem Samen ein kleines Pflänzchen entwickeln. Das wird später nach draußen gepflanzt.

Auch Jürgen Hintzsche zieht jedes Jahr Pflanzen vor. Der 51-Jährige arbeitet als Gärtnermeister an der Universität zu Köln in Nordrhein-Westfalen. Er erklärt, weshalb einige Blumen und Gemüse vorgezogen werden müssen: Es hat etwas mit der Keimung zu tun.

Bei der Keimung entwickelt sich aus dem Samen eine kleine Pflanze.

Dieses Pflänzchen hat bereits Blätter und Wurzeln. Es wird auch Keimling genannt. „Damit es zur Keimung kommt, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein“, sagt der Gärtnermeister. Die Samen keimen zum Beispiel erst, wenn sie genug Wärme und Wasser bekommen.

Auch du kannst Pflanzen vorziehen, wenn du einen Balkon oder einen Garten benutzen kannst, wo du die Blumen und Gemüse später auspflanzen kannst. Zum Vorziehen brauchst du nicht viel: Es reichen Erde, Samen und Pflanzgefäße. Das können zum Beispiel alte Eierkartons oder Joghurtbecher sein.

In die Gefäße machst du unten kleine Löcher und stellst sie auf einen Teller. In diese Gefäße füllst du etwas Erde, dann säst du die Samen darauf. Auf die Samen kommt wieder ein wenig Erde.

Dabei ist wichtig, was für Samen du benutzt. „Es gibt Lichtkeimer und Dunkelkeimer“, sagt Jürgen Hintzsche. „Salate gehören zum Beispiel zu den Lichtkeimern.“ Das bedeutet, dass Salatsamen nur austreiben, wenn sie Licht ausgesetzt sind. Zu den Dunkelkeimern gehört Mais. Die Samen von Dunkelkeimern mögen kein Licht, sondern keimen im Dunkeln.

Lichtkeimer sollte man nur mit einer hauchdünnen Erdschicht bestreuen, die Samen sieht man danach noch. Dunkelkeimer hingegen müssen vollständig mit Erde bedeckt sein. Wer sich unsicher ist, zu welcher der beiden Gruppen seine Samen gehören, kann eine einfache Faustregel befolgen: „Die Erdschicht sollte so dick wie der Samen sein“, sagt Jürgen Hintzsche.

Zwei bis vier Wochen nach der Aussaat bekommen die jungen Pflanzen eine besondere Art Training. Sie werden jeden Tag für ein paar Stunden nach draußen gestellt. So können sie sich langsam an die Temperaturen und die stärkere Sonne gewöhnen. Erst danach können die Pflanzen in ein Beet gesetzt werden und an der frischen Luft wachsen.

Autorin: Lisa Krassuski

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