zur Navigation springen

Sport : Profi im Schlittenfahren

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Julia Taubitz macht das, wovon viele Kinder träumen: Sie sitzt von Oktober bis März fast jeden Tag auf einem Schlitten.

Julia Taubitz ist schon als Kind gerne Schlitten gefahren – am liebsten auf einem „Poporutscher“ aus Kunststoff. Heute ist sie 20 Jahre alt und fährt noch immer gerne und oft Schlitten.

Julia verdient damit sogar Geld. Sie ist professionelle Rodlerin. Im Winter reist sie um die ganze Welt und nimmt an Wettkämpfen teil.

Gerade hat sie im Bundesland Bayern bei der Europameisterschaft mitgemacht. „Mein Bruder ist früher gerodelt, und da habe ich immer zugeschaut. Irgendwann fand ich das auch sehr schön und wollte das machen“, sagt Julia. Mit sieben Jahren ist sie in einen Verein gegangen. „Es ist besser anzufangen, wenn man jung ist. Dann kann man sich nämlich schnell an die Geschwindigkeit gewöhnen.“

Rodler sind ziemlich schnell unterwegs. Auf ihren Schlitten rasen sie den Eiskanal hinunter. Da erreichen sie bis zu 135 Stundenkilometer. So schnell dürfen Autofahrer nur auf der Autobahn fahren.

Die Trainer führen Kinder langsam an das Tempo heran. Sie fangen ganz unten an der Bahn mit dem Training an. Langsam tasten sie sich dann nach oben.

Von Oktober bis März ist Julia fast jeden Tag im Eiskanal. Schlimm verletzt hat sie sich noch nie. Aber sie friert ab und zu. „In manchen Ländern ist es schon mal minus 25 Grad kalt. Da schneit es beim Start, und es ist windig. Dann zittert man schon.“ Julia packt sich dann dick ein. Wenn sie den Eiskanal hinunterbraust, ist sie sowieso konzentriert. Die Kälte merkt sie dann gar nicht mehr.

Beim Start sitzt Julia oben auf dem Schlitten und wartet, bis die Ampel auf Grün springt. Dann stößt sie sich an zwei kleinen Hügeln ab. Sie beschleunigt mit ihren Händen, mit denen sie sich von der Eisbahn abdrückt. „Dann lege ich mich bequem auf den Rücken, halte mich mit den Händen an den Griffen des Schlittens fest und halte den Kopf möglichst flach“, erklärt Julia. „Dann schickt dich die Bahn eigentlich von einer Kurve in die nächste.“ Am Ende der Saison ist Julia froh, in den Urlaub zu fahren: „An den Strand, da wo es warm ist.“ Aber auch im Sommer trainiert sie fleißig, um noch besser zu werden. Dann aber nicht auf dem Eis, sondern auf Betonbahnen.

Autor: Thomas Bremser

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen