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09. Dezember 2016 | 04:59 Uhr

Geschichte : Marco Polos Abenteuer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein junger Mann fuhr vor etwa 700 Jahren in weit entfernte Länder. Bis heute reden die Menschen darüber.

Da saß er nun, eingesperrt in einem Kerker: Marco Polo, ein Mann aus der Stadt Venedig in Italien. Er lebte vor etwa 700 Jahren. Er hatte an einem Seekrieg teilgenommen und war seinen Feinden in die Hände gefallen. Daher verbrachte er ab dem Jahr 1297 einige Jahre in Gefangenschaft. Dabei kam ihm eine Idee, die ihn weltberühmt machen sollte.

Marco Polo beschloss, ein Buch zu schreiben: über die vielen Reisen, die er schon erlebt hatte. Da passte es gut, dass er mit einem Mann gefangen gehalten wurde, der Abenteuerromane schrieb. Fachleute vermuten: Dieser Mann half Marco Polo, eines der berühmtesten Reisebücher überhaupt zu veröffentlichen: „Die Wunder der Welt“.

„Überall Berge, Sand und Täler, nichts Essbares.“ So beschreibt Marco Polo in dem Buch, wie er durch eine Wüste in Asien wanderte. An einer anderen Stelle erzählt er von Palästen in China in der Nähe der Stadt Peking. Dort habe er vergoldete Säle und Säulen mit steinernen Drachen obendrauf gesehen. Marco Polo berichtet auch von Wundern und Zauberwesen. Er erzählte von glanzvollen Städten mit Tausenden Brücken – ähnlich wie in seiner Heimatstadt Venedig, nur viel größer.

Wer heute wissen will, wie es in Asien aussieht, klickt sich einfach durch Fotos und Texte im Internet. Aber als Marco Polo lebte, gab es diese Möglichkeiten noch nicht. Die wenigsten Menschen unternahmen damals weite Reisen. Deshalb konnte niemand nachprüfen, ob Marco Polos Berichte überhaupt stimmten. Einige waren begeistert von seinem Buch, das spannend zu lesen ist. Sie wurden neugierig auf die Länder im Fernen Osten.

Andere dagegen hielten Marco Polo für einen Angeber und Lügner. Sie glaubten ihm nicht, dass er die Reisen alle unternommen hatte. Oder konnten sie sich einfach nicht vorstellen, dass es in China zum Beispiel größere und glanzvollere Städte gab als Venedig? Noch Hunderte Jahre nach Marco Polos Tod grübelten Fachleute, ob der Mann wirklich in all die fernen Länder gereist war oder ob er sich seine Erlebnisse teilweise ausgedacht oder von anderen Reisenden gehört hatte.

Jedenfalls steht fest: Marco Polos „Wunder der Welt“ wurde in mehrere Sprachen übersetzt und häufig wieder per Hand abgeschrieben. So konnten damals viele Menschen die Reiseberichte lesen. Marco Polo selbst beteuerte immer wieder, dass er nichts erfunden hätte: „Ich habe noch nicht einmal die Hälfte dessen niedergeschrieben, was ich gesehen habe.“

Autorin: Silke Fokken

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