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03. Dezember 2016 | 22:54 Uhr

Tierwelt : Kein Summen und Brummen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Deutschland gibt es immer weniger Insekten. Das ist für die Natur und uns Menschen ein großes Problem.

In Deutschland gibt es immer weniger Bienen, immer weniger Hummeln, immer weniger Schmetterlinge. Überhaupt gibt es immer weniger Insekten! Das haben Forscher aus Krefeld herausgefunden. Das ist eine Stadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. 25 Jahre lang haben die Forscher an bestimmten Orten Insekten gesammelt, ihre Art bestimmt und die Tiere gewogen.

Das Ergebnis der Forscher: In dieser Zeit stellten sie einen Rückgang an Insekten von bis zu 80 Prozent fest. Das kannst du dir so vorstellen: Am Anfang ihrer Messung haben die Forscher zum Beispiel noch 100 Hummeln an einem Ort gesammelt. Jahre später, am Ende der Untersuchung, waren es dort nur noch 20 Hummeln! Gesammelt haben die Forscher vor allem in Nordrhein-Westfalen. Aber ihre Messungen lassen sich wohl auf ganz Deutschland übertragen, sagen Fachleute.

Insekten sind für uns Menschen wichtig. Gibt es keine Insekten mehr, ist es schwieriger, dass Äpfel wachsen, Kirschen, Erdbeeren und Gemüse. Denn in der Natur werden viele Nutzpflanzen von Insekten bestäubt, zum Beispiel von Schmetterlingen, Bienen und Schwebfliegen.

Das funktioniert so: Die Tiere ernähren sich von einer zuckrigen Flüssigkeit am Boden der Blüte, dem Nektar.

Sammeln sie diesen ein, kommen sie auch mit dem Staubbeutel der Blüten in Berührung. Dort befinden sich Pollen. Diese bleiben an den Insekten haften – und düsen mit ihnen zur nächsten Blüte. Dort landet der Pollen dann auf einem bestimmten Pflanzenteil, dem Stempel. So wird die Blüte bestäubt. Es kann eine Frucht entstehen, etwa eine Erdbeere. Gleichzeitig sind Insekten auch eine Nahrungsquelle für andere Tiere.

Doch warum werden die Insekten immer weniger? Die Forscher vermuten, dass es mehrere Gründe gibt. „Eines der größten Probleme ist der Verlust des Lebensraums“, erklärt die Expertin Elisabeth Kühn.

Ackerflächen werden zum Beispiel immer größer. Andererseits wachsen dort aber oft keine Pflanzen, von denen sich die Insekten ernähren könnten – zum Beispiel Wildblumen oder blühende Kräuter.

„Viele Insekten leben zudem viel isolierter als früher“, sagt die Fachfrau. Das bedeutet, man findet die Tiere etwa nur noch in abgegrenzten Naturschutzgebieten. Gibt es dort dann ein Problem, kann das die ganze Art betreffen. „Zum Beispiel, wenn eine Krankheit auftritt“, erklärt Elisabeth Kühn.

Andererseits machen wohl auch bestimmte Giftstoffe den Insekten zu schaffen. Man nennt sie Insektizide. Diese werden auch auf die Pflanzen gesprüht, um Schädlinge abzuhalten.

Forscher in ganz Deutschland machen sich darüber Gedanken, wie man den Insekten helfen kann.

Autorin: Stefanie Paul

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