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10. Dezember 2016 | 19:31 Uhr

Lesen : Der Seewolf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor 100 Jahren starb der amerikanische Schriftsteller Jack London.

Jack London war Schriftsteller und Abenteurer. So manche der Geschichten, die er schrieb, hatte er selbst erlebt. Er kam 1876 auf die Welt und wuchs in den Armenvierteln von San Francisco auf. Sein leiblicher Vater hatte sich aus dem Staub gemacht und sein Stiefvater war nach einem Unfall arbeitsunfähig. Also musste Jack schon als Junge was dazu verdienen. Er lieferte Eis aus, stellte Zeitungen zu, arbeitete in einer Konservenfabrik. In jeder freien Minute lief er in die Bibliothek und schmökerte in Büchern.

Als er älter war, wurde er Austernpirat und plünderte nachts die Muschelbänke im Meer. Er betrank sich bis tief in die Nacht, wohnte quasi in den Saloons. Bis er auf einem Robbenjäger anheuerte und nach Japan fuhr. Über seine Erlebnisse auf See berichtet er im Buch „Der Seewolf“ (1904).

Zurück aus Japan, ging Jack als Goldgräber nach Klondike in Alaska. Reich wurde er dort nicht. Der Goldstaub, den er gefunden hatte, brachte ihm 4,50 Dollar ein. Umgerechnet wären das heute gerade mal 4,20 Euro.

Aber er war jetzt fest entschlossen, Schriftsteller zu werden. Er holte das Gymnasium nach. Um sich das leisten zu können, fegte er nach dem Unterricht die Klassenräume aus. Und er nahm an einem Schreibwettbewerb teil, bei dem er den 1. Platz holte.

Wie ein Verrückter schrieb er Geschichten und schickte sie an Zeitungen und Verlage. Bis endlich etwas von ihm gedruckt wurde. 1903 kam sein Roman „Ruf der Wildnis“ raus, in dem er von einem Hund erzählt, der mit einem Goldgräber nach Alaska geht. Dort wird das Herrchen von Indianern getötet. Der Hund meidet jetzt die Menschen und läuft zu den Wölfen über. Drei Jahre später veröffentlichte Jack London „Wolfsblut“. Da läuft es anders rum, ein Wolfshund zieht bei einer Familie ein.

1907 startete Jack London mit einem selbst gebauten Schiff in die Südsee. Auf den Marquesas Inseln spielte er mit einem Plattenspieler den Einheimischen Arien des Opernsängers Enrico Caruso vor. So etwas hatten die Inselbewohner noch nie gehört. Auf Samoa besuchte er das Grab von Robert Louis Stevenson, der „Die Schatzinsel“ geschrieben hatte. Und auf den Salomon-Inseln wurde er von Indianern mit Speeren und Totschlägern bedroht. Auch darüber schrieb er später in seinen Büchern.

Auf seinen Reisen aber fing er sich auch Krankheiten ein. Außerdem trank er zu viel Alkohol. Darum starb Jack London mit nur 40 Jahren am 22. November 1916. Heute vor 100 Jahren.

Autor: Welf Grombacher

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